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Porzellanmarken

Gebrüder Greiner von 1785 bis ca 1939

1783 gründeten drei Greiners die Rauensteiner Porzellanfabrik, die sich in den nachfolgenden Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Unternehmen in Südthüringen entwickelte. Der erste Brennofen konnte bereits im Frühjahr 1783 am Fuße des Burgbergs nahe dem Schloß erbaut werden. Ein brauchbares Domizil für die Fabrik selbst gab das ehemalige Schaumbergische Herrenhaus aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert ab.

Noch immer gelten Stücke aus Rauensteins Produktion als Kostbarkeiten, obwohl manche Historiker lediglich das Klischee vom massenhaft produzierten Gebrauchsporzellan wiederholen. Die Rauensteiner lieferten jedoch eine vorzügliche, in vielem spielerisch anmutende Handmalerei (Blauvogelmuster), und bald kamen zum Gebrauchsgeschirr Figuren und Figurengruppen, die heute Vertikos und Stubenboards schmücken, Genrebilder (wie die von Hermann Weigelt), welche den Werken großer Maler nachempfunden sind und auf Porzellan zu neuen Originalen wurden.

Bleibende Erinnerungen verbinden noch heute die wenigen lebenden Porzelliner mit ihrem Betrieb, und sie hängen an jenen Persönlichkeiten, die als Direktoren oder Unternehmer herausragten. Im Rauensteiner Herrengarten steht das Grabmal der Eheleute Georgii, nach denen auch eine Straße benannt ist. Mit Franklin Georgii, Besitzer der Fabrik ab den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, Abgeordneter, Inhaber vieler Ämter, Mäzen begann eine sehr erfolgreiche Periode der Rauensteiner Porzellanproduktion. Seine Frau Lonny engagierte sich auf sozialem Gebiet. Sie stiftete 50 000 Mark für eine "Kinderbewahranstalt". Es entstand ein sehr solider Bau, der mit Erweiterungen u.a. zur DDR-Zeit, ein sehr schöner Kindergarten wurde.

Georgii starb im Jahre 1900. In diesem Jahr wurde die Firma Friedrich Christian Greiner & Söhne in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Gesellschaft verschuldete und wurde kurz vor dem 2.Weltkrieg von dem mächtigen Porzellankonzern in Kahla aufgekauft und stillgelegt.