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Die Einführung des elektrischen Lichtes 1901: |
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Ein Schlaglicht bietet die staatliche Verfügung: |
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"Betr.: Beleuchtung in Porzellanfabriken und Malereien aus dem Jahre 1901" |
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Vor der Einführung des elektrischen Lichts hatten die Maler und Dreher selbst für eine ausreichende Beleuchtung ihres Arbeitsplatzes zu sorgen. Diesen Brauch bezeichnete die staatliche Gewerbeinspektion als gesetzwidrig und forderte Abhilfe. |
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Als Bürgermeister leitete Theodor Lehmann die Verfügung an die betroffenen Betriebe weiter. |
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Als Unternehmer wies er die Verfügung als "Eingriff in meine Rechte als Fabrikant" zurück. Dabei drohte er sogar, seine "sämtlichen Maler und Dreher im kommenden Winter nur bei Tageshelle" arbeiten zu lassen. Ihr Verdienstausfall sei dann "bei weitem schwerwiegender" als "das bißchen Lichtgeld", das Lehmann mit knapp 25 Pf. pro Woche und Person angab. |
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"den Ausführungen des Herrn Theodor Lehmann in Arzberg schließe ich mich vollständig an" Carl Schumann |
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Arbeitslöhne: |
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Tageslohn: |
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Jahr |
Männer |
Frauen |
Die höchstbezahlten Arbeiter in der Porzellanindustrie waren die Maler. Sie verdienten um die Jahrhundertwende zwischen 42 und 45 Mark die Woche. Am Ende der Lohnskala standen die Tagelöhner, und besonders schlecht wurden die Frauen bezahlt. |
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1880 |
90 Pf. |
60 Pf |
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1902 |
1 ,80 RM |
1 ,20 RM |
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1912 |
2,50 RM |
1,70 RM |
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1918 |
3,50 RM |
2,20 RM |
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Arbeitszeit: |
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Bis zum Ausbruch des Weltkrieges 1914 dauerte die Arbeitszeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, von montags bis einschließlich samstags. Die tatsächliche Arbeitszeit betrug dabei 10 Stunden, denn in der Regel gab es eine einstündige Pause zu Mittag und morgens und nachmittags je eine Brotzeit von 30 Minuten. 60 Stunden Wochenarbeitszeit waren also die Regel; je nach Auftragslage wurde aber auch bis zu 70 und mehr Stunden gearbeitet. |
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In der Zeit zwischen den Weltkriegen galten folgende Arbeitszeiten: |
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Mo. - Fr. 7 -12 Uhr und 13 -18 Uhr, Sa. 7 -12 Uhr. |
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Einpendler und "Suppentroger-Weiber"um die Jahrhundertwende |
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In der Arzberger Porzellanindustrie arbeiteten auch zahlreiche Arbeiter aus den umliegenden Flecken im Umkreis bis zu etwa 5 km. Diese mußten sich zwischen 4 und 5 Uhr morgens auf den Fußweg machen, um pünktlich am Arbeitsplatz zu sein. |
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Die Brotzeit um 9 Uhr bestand aus einer Flasche Malzkaffee und einem Stück schwarzem Brot mit Schweine- oder Gänsefett bestrichen. Wurst gab es nur, wenn im Winter das gemästete Schwein geschlachtet wurde. |
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Das Mittagessen trugen dann gewöhnlich die Frauen im üblichen sog. Huglkorb auf dem Rücken. In Gruppen machten sie sich im Wechsel auf den bis zu 1 1/2 stündigen Weg; und jede trug das Essen für 3- 4 Arbeiter und Arbeiterinnen mit sich. |
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Die Emaille- oder Tongefäße wurden in Tüchern und Decken verpackt warm gehalten. Nach dem Essen nahmen sie die leeren Gefäße wieder mit und erledigten vor dem Heimweg oft noch ihre Einkäufe. |
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Hauptnahrungsmittel waren zu Hause eingekellerte, oft selbst geerntete Kartoffeln und das Schwarzbrot. |
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Arbeitsbedingungen: |
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Die Zurichtung der Porzellanmasse in der Massemühle war eine schwere Arbeit. Wegen der starken Staubentwicklung kam es außerdem häufig zu Erkrankungen der Atemwege und zur Lungentuberkulose. Auch die Kapseldreher waren von der gleichen Berufskrankheit betroffen. Zu einer Berufskrankheit der Maler führten oft die bleihaltigen Farben. Es konnte leicht eine Bleivergiftung eintreten. : |
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Arbeitskämpfe |
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Im Jahre 1889 wurde in Arzberg ein "Ortsgewerkschaftsverein der Porzellan-, Glas- und anderer Arbeiter gegründet. Die Mitgliederliste ist erhalten; aber weiteres ist nicht überliefert. Aber sicher gibt es eine lange Geschichte von Streik und Aussperrungen............. |