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Strohblume, Strohmuster, Strohblumendekor, Indisch Blau ? |
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Völlig egal wie jeder dieses Dekor nennt, blau stimmt auf alle Fälle, oder? |
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Um auf diese und ähnlichen Fragen endlich Antworten zu bekommen, fuhren wir zu einem der Ursprünge des Porzellans in Deutschland, nach Thüringen. |
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Erste Etappe war das Stadtmuseum in Eisenberg. Der Leiter des Museums, Herr Petermann, bei dem wir mit einiger Verspätung ankamen, weil die Beifahrerin eine Abkürzung wusste, zeigte uns u.a. Geschirrteile der Firmen Kalk und Jäger mit dem Dekor Strohmuster . |
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Mit viel Sachkenntnis und Humor erzählte uns Herr Petermann (der dringend einen Computer und Internetanschluß für sein Museum braucht, liebe Stadterwaltung ! ) viele interessante Details aus der Historie der Porzellanherstellung in Eisenberg. Skurrieles von der Beschaffung einiger seiner Exponate, nicht nur Porzellan, und die teilweise schon kriminalistische Aufarbeitung der |
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Geschichte des etwas "eigenwilligen" Herzog Christian (1653-1707), dem im ersten Stock eine Ausstellung gewidmet ist. Am 12. Febr.2002 berichtete Herr Petermann in der Reportage "Herzog Christians Gespenster" im Fernsehen darüber. |
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An dieser Stelle noch mal ein großes: DANKE , Petermännchen ! |
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Ich hoffe, ich habe Euch neugierig auf Eisenberg und das Stadtmuseum gemacht, ein urgemütliches Cafe´ ist auch im Haus. (alle Adressen am Schluß) |
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Weiter ging die Reise nach Eisfeld, Nomen est Omen, wer schon mal mit Sommerreifen in den Bergen vom Winter überrascht wurde, weiß, wie viel Spaß wir hatten! |
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Im Eisfelder Schloß befindet sich das Museum "Otto Ludwig" , dort bestaunten wir Porzellan-sammlungen von 1760 bis zur Gegenwart. Verständlicherweise zog uns das Porzellan mit dem blauen Dekor magisch an. Strohmuster, Strohblume, gerippt (gebrochener Stab) und glatt, alles was das Sammlerherz begehrt hinter dickem Glas, und wir hätten es so gern mal in die Hand genommen.....kein Vertrauen die Leute. |
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Im Schloß befindet sich auch ein griechisches Restaurant, was wir "besichtigen" mussten, kein Problem, mit unserer Figur können wir uns so was leisten. |
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Weiter ging die Reise auf der Porzellanstraße nach Rauenstein, dem Mekka aller Jäger und Sammler des blauen Dekors. Der Ort war schnell gefunden, aber kein Hinweis auf ein Schloß, in dem die Manufaktur gewesen sein soll. Also einen Eingeborenen fragen - keiner zu sehen - ich entdecke einen OTTO-Versand Laden - offen? Offen ! |
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Der junge Mann zeigt mir durch´s Schaufenster ein riesiges Gebäude, an dem wir schon zweimal vorbeigefahren sind, völlig klar ! "Gehen Sie dort die Außentreppe hoch, ich ruf an, dass Sie kommen." STAUN!! Fünfzig Meter vor dem Gebäude sehen wir schon, dass uns aus dem 1. Stock jemand zuwinkt und drei Meter davor entdecken wir auch ein klitzekleines Schildchen: |
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PORZELLANMUSEUM . |
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Geschafft! Wir werden eingelassen, freundlich begrüßt, und hinter uns wird wieder abgeschlossen. Ja, wie immer sind wir auch diesmal die einzigen Besucher. Traurig für die Museen, gut für uns. |
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Hier stehn wir nun und staunen. |
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Die Manufaktur existierte von 1783 bis 1930, 1784 wurde das erste "Strohmuster" gefertigt. Von der Waschschüssel über Pfeifenköpfe, Puppengeschirr, Bestecke bis zum Inhalierapparat. |
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"Strohblumenmuster" (mit ausgetuschten Blüten), "Strohmuster", "Zwiebelmuster", "Blauvogel", das "Service der Freifrau von Heldburg" , "Purpurstrohdekor" und so weiter...... einfach traumhaft. Ihr solltet selbst mal an der Porzellanstraße auf Entdeckungstour gehen! |
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Im Rauensteiner Museum gibt es auch Replikate zu kaufen, schön wie die alten Originale, hergestellt von KRAMER. |
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Zum Schluß noch ein Wörtchen zur Literatur, die in den Museen zum Thema "Thür.Porzellan" zum Kauf angeboten wird. Hier ein Beispiel aus der Broschüre "Die Porzellanmanufaktur Rauenstein", da lese ich doch, einigermaßen verblüfft : "....im Sinne marxistischer Geschichtsauffassung.....unser vorrangiges Anliegen." -----WIE BITTE ?! Hat Karl Marx in persona in Rauenstein versucht das Porzelliener-Proletariat von der Manufaktur-Bourgeoisie zu befreien ??? Jetzt fällt mir auch auf, das alle Bilder schwarz-weiß, und einige Ortsangaben zu den Exponaten falsch sind! Ist der DDR-Geist auferstanden aus Ruinen...? |
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Wir wollten ja in die Vergangenheit reisen, allerdings hatten wir eher an Porzellan gedacht, nicht an diese Vergangenheit ! Des Rätsels Lösung : Herausgeber Kulturbund der DDR 1988........na jaaa .......gelacht haben wir trotzdem. |
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Wir möchten uns bei allen Thüringern bedanken, die unsere Anwesenheit so geduldig ertragen haben. |
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Fazit : Tolle Reise – schlechte Straßen – guuute Bratwürste – nette Menschen UND....nicht jede verfallene Fabrik mit großem Schornstein war mal eine Porzellanmanufaktur. |
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Christine im Februar 2002 |
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Adressen und Öffnungszeiten:
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Stadtmuseum und Schloßkirche Öffnungszeiten: Dienstag - Donnerstag |
Museum "Otto Ludwig" Markt 2 / Schloß 98673 Eisfeld Internet: www.stadt-eisfeld.de Öffnungszeiten: Montag geschlossen |
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Schausammlung Rauenstein Gemeindeamt 96528 Rauenstein Öffnungszeiten täglich 13.00 bis 17.00 Uhr |
Noch ein Tip: Förderverein "Thüringer Porzellanstraße" e.V. Internet: www.thueringer-porzellanstrasse.de |