Mit einem netten Eintrag im Gästebuch meiner Homepage war eine Einladung zu einer Betriebsbesichtigung der Porzellanfabrik in Triptis verbunden. Ich konnte meinen Mann überreden, mitzukommen.

Nichts wie hin !

Hier kann man sehen und lesen, wie es war:

Werksbesichtigung

Aber natürlich waren wir nicht nur in Triptis.

 

Museum Leuchtenburg

Auf diesen Berg mussten wir in der Hitze hinaufschnaufen, aber es hat sich gelohnt! Das Foto ist noch von der Reise im Februar 2002 im Schnee, da war es viel kühler.....

In dem Museum fanden wir, natürlich nicht nur, eine Menge Porzellan. Und Informationen zu der Porzellanfabrik in Kahla. Es gab Vitrinen zu vielen thüringischen Porzellanfabriken mit wunderschönen Stücken.

Beeindruckend war die Darstellung einer Henkelmacherstube in Kahla um 1900

In den engen Küchen der Porzellanarbeiter mühte sich die ganze Familie, durch Heimarbeit bis zu 4 Stunden täglich, zum Lebensunterhalt beizutragen und den niedrigen Lohn aufzubessern. Der Fabrikant lieferte die Henkelformen und die Porzellanmasse. Nach dem Gießen und Trocknen der Henkel erfolgte das Verputzen. Dadurch kam der gefährliche Massestaub in die Wohnungen. Tuberkolose und Silikose waren die Folge. Kahla besaß die höchste Tuberkolosesterblichkeit in Thüringen. Mit durchschnittlich 40 Jahren hatten die Kahlaer Porzellanarbeiter die niedrigste Lebenserwartung aller Berufsgruppen. 1898 arbeiteten trotz Verboten noch 223 Kinder nebenbei gewerblich, davon 75 als Henkelmacher. (Text aus dem Museum)

 

Auch der Farbenschrank und der Arbeitsplatz eines Porzellanmalers waren zu sehen:

Und das hat mir besonders gut gefallen:

"Margarethe auf dem Drachen"

Hier die Adresse:

Museum Leuchtenburg, Dorfstr. 100 in Seitenroda

Öffnungszeiten täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr

 

Auch in Kahla haben wir wieder "reingeschaut". Im Werksverkauf entdeckten wir viel neues Porzellan, sehr ansprechend. "Mein Geschirr" war immer noch in den Holzboxen, man musste sich wieder das Kreuz und die Finger verrenken.........aber es gab noch immer die alten Formen von Jäger zu kaufen !

Einmal da, fuhren wir noch durch die Stadt und sahen uns die ehemaligen Fabrikgebäude an. An einem Kiosk kamen wir ins Gespräch und lernten einen ehemaligen Porzelliner kennen, der viel zu erzählen hatte. Davon nur soviel:

In der DDR waren bei Kahla 2800 Menschen beschäftigt, heute sind es noch 320. Er verdiente damals 1200 Mark, die Wohnung kostete 50 Mark, der Betriebskindergarten 15 Mark im Monat und das Essen in der Kantine 3,50 die Woche ! Viele beklagen heute den Verlust von Sicherheit. Z.B. dem Kindergarten oder dem Kulturhaus, wo man zusammen feierte, aber auch den des Arbeitsplatzes.

Er hat jetzt 900 Euro Rente. "Mir geht es heute gut", sagte er und zückte verschmitzt ein Reiseticket.

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